{"id":11009,"date":"2010-11-23T09:28:21","date_gmt":"2010-11-23T08:28:21","guid":{"rendered":"http:\/\/mono-2de-1740"},"modified":"2010-11-23T09:28:21","modified_gmt":"2010-11-23T08:28:21","slug":"junge-welt-rezensiert-monochrom-26-34-ungefhr-alles-auer-musik-collage-der-gegenkultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/2010\/11\/23\/junge-welt-rezensiert-monochrom-26-34-ungefhr-alles-auer-musik-collage-der-gegenkultur\/","title":{"rendered":"Junge Welt rezensiert monochrom #26-34: &#8216;Ungef&auml;hr alles au&szlig;er Musik &#8211; Collage der Gegenkultur&#8217;"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>\n\tAls im Punk vor langer Zeit die ersten Fanzines entstanden \u2013 in Windeseile zusammengeschusterte, kleinauflagige Undergroundhefte mit Nachrichten aus der Szene f\u00fcr die Szene\u2013, waren dies schnelle Medien f\u00fcr eine schnelle Subkultur. Weil sie sich auf nichts einlie\u00dfen, garantierten sie maximale Autonomie. Ihr Erscheinungsbild zeigte ihre Unabh\u00e4ngigkeit von b\u00fcrgerlichen Seh- und Lesegewohnheiten stolz vor. 1980 war dies ein (medien-)politisches Statement.<\/p>\n<p>\tFanzines gibt es heute immer noch. Aber die meisten von ihnen haben den unwiderstehlichen Glanz der Subversion verloren. Einige sind Kioskhefte geworden und haben sich im \u00dcberlebenskampf um Anzeigen und Aufmerksamkeit journalistischen Strukturzw\u00e4ngen unterworfen. Andere bleiben kleinlaut im Untergrund, scheinen aber nicht zu wissen, was sie mit Untergrund anfangen sollen. Statt mit medialen Konventionen zu brechen, sind sie selbst konventionell, n\u00e4mlich berechenbar, geworden. Sie sehen aus, wie solche Hefte eben aussehen. Und es steht ungef\u00e4hr das drin, wovon wir annehmen, da\u00df es dort stehen wird.<\/p>\n<p>\tDies nur, um die komplette Unwahrscheinlichkeit des Wiener Fanzines monochrom zu illustrieren. Monochrom erscheint unregelm\u00e4\u00dfig seit 1993, das hei\u00dft, alle paar Jahre einmal. Der Umfang schwillt dabei kontinuierlich an, was zum Kosenamen \u00bbTelefonbuchzine\u00ab gef\u00fchrt hat. Die allerneueste Nummer ist erstmals komplett Englisch, nachdem sich monochrom schon lange in eine international operierende Kunstgruppe verwandelt hat. Zus\u00e4tzlich zum Heft werden regelm\u00e4\u00dfig Musicals, Filme, Performances, Musik, Theaterst\u00fccke, Festivals (wie die allj\u00e4hrlich in San Francisco stattfindende arse elektronika), B\u00fccher und eine kaum zu \u00fcberschauende Website (www.monochrom.at) produziert \u2013 sowie anderes krudes Zeug, das sich jeglicher Rubrizierung entzieht.<\/p>\n<p>\tSeit 2003, da erschien die letzte Ausgabe, ist also viel aufgelaufen. Und so wiegt die aktuelle fast zwei Kilo und hat viele hundert Seiten, die selbst kleine Kunstwerke sind. Auf ihnen erfindet sich das klassische Schnipsel-Layout der fr\u00fchen Punkfanzines noch mal neu, als \u00fcberschie\u00dfende Collage, in der sich eine komplette Gegenkultur entfaltet: Linke Theorie, Do-It-Yourself-Technologie, Nerd-Wissen, Cultural Studies, Gender, Politik, Netzkultur, digitale Lebensaspekte und lustiger Quatsch. Einen derartigen Horizont hat es in der deutschsprachigen Fanzinekultur bisher nicht gegeben, vielleicht abgesehen von Dieter Roths Zeitschrift f\u00fcr alles.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/www.jungewelt.de\/2010\/11-13\/016.php\">Link<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als im Punk vor langer Zeit die ersten Fanzines entstanden \u2013 in Windeseile zusammengeschusterte, kleinauflagige Undergroundhefte mit Nachrichten aus der Szene f\u00fcr die Szene\u2013, waren dies schnelle Medien f\u00fcr eine schnelle Subkultur. Weil sie sich auf nichts einlie\u00dfen, garantierten sie maximale Autonomie. Ihr Erscheinungsbild zeigte ihre Unabh\u00e4ngigkeit von b\u00fcrgerlichen Seh- und Lesegewohnheiten stolz vor. 1980 &#8230; <a title=\"Junge Welt rezensiert monochrom #26-34: &#8216;Ungef&auml;hr alles au&szlig;er Musik &#8211; Collage der Gegenkultur&#8217;\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/monochrom.at\/blog\/2010\/11\/23\/junge-welt-rezensiert-monochrom-26-34-ungefhr-alles-auer-musik-collage-der-gegenkultur\/\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"koromo_page_header":"","footnotes":""},"categories":[5],"tags":[],"class_list":["post-11009","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-deutsches-blog","koromo-columns","tablet-grid-50","mobile-grid-100","grid-parent","grid-50"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/post\/11009","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/post"}],"about":[{"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11009"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/post\/11009\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11009"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11009"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11009"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}