{"id":11122,"date":"2010-10-22T15:28:31","date_gmt":"2010-10-22T13:28:31","guid":{"rendered":"http:\/\/mono-2de-1853"},"modified":"2010-10-22T15:28:31","modified_gmt":"2010-10-22T13:28:31","slug":"to-protect-and-to-protest-grenzfurthner-stellt-ein-paar-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/monochrom.at\/blog\/2010\/10\/22\/to-protect-and-to-protest-grenzfurthner-stellt-ein-paar-fragen\/","title":{"rendered":"To protect and to protest: Grenzfurthner stellt ein paar Fragen"},"content":{"rendered":"<p>Robert Glash\u00fcttner von FM4 berichtet \u00fcber die Er\u00f6ffnungsgala des Elevate-Festivals, das unser Johannes Grenzfurthner moderiert hat. <\/p>\n<blockquote><p>\n\t<em>&#8220;Diese Diskussion ist eigentlich sehr christlich&#8221;<\/em>,<br \/>\n\tsage ich nach der Er\u00f6ffnung des Elevate 2010-Diskursprogramms zu<br \/>\n\tB\u00fchnen-Host Johannes Grenzfurthner. Passenderweise ist zu diesem<br \/>\n\tZeitpunkt auch gerade Parades\u00fcnder und S\u00fcndenb\u00fc\u00dfer Fritz Ostermayer auf<br \/>\n\tder B\u00fchne des Grazer Dom im Berg. Es ist ein kleiner Heureka-Moment, der<br \/>\n\tnicht nur mein eigenes Unwohlsein in Bezug auf nachhaltiges Leben,<br \/>\n\tUmweltschutz und soziale Verantwortung humorvoll auf den Punkt bringt.<br \/>\n\tIm Grund kommt man aus den Widerspr\u00fcchen, dem Sch\u00f6nreden und der<br \/>\n\tAhnungslosigkeit nicht heraus. Je intensiver die Besch\u00e4ftigung, desto<br \/>\n\tgr\u00f6\u00dfer die Ratlosigkeit &#8211; so scheint es zumindest oft.<\/p>\n<p>\n\tBegonnen<br \/>\n\that alles damit, dass Herr Grenzfurthner sehr mutige, grundlegende<br \/>\n\tFragen gestellt hat. Ans Publikum, vornehmlich aber an die per<br \/>\n\tVideotelefonie zugeschaltenen G\u00e4ste: Umweltschutzexperte Bill McKibben aus den USA und Menschenrechtsaktivist Nnimmo Bassey aus Nigeria. Es waren Fragen wie: Sind Facebook und Twitter tats\u00e4chlich<br \/>\n\ternstzunehmende Tools zur Umsetzung globaler Probleme? N\u00fctzt der<br \/>\n\t&#8220;Gef\u00e4llt mir&#8221;-Button bei seri\u00f6sen Projekten irgendjemandem oder f\u00fcr<br \/>\n\tirgendetwas oder dient er nur dazu, sich selbst ein paar Stunden lang<br \/>\n\tvorzuschwindeln, dass man an der Rettung der Welt aktiv Anteil nimmt?\n\t<\/p>\n<p>\n\tTechnologie,<br \/>\n\tso Grenzfurthner, hat noch nie und werde auch in Zukunft keine soziale<br \/>\n\tRevolution einl\u00e4uten. Stimmt, sagt Bill McKibben: Web 2.0-Anwendungen<br \/>\n\tseien gute Tools f\u00fcr organisatorische Vorbereitungen und<br \/>\n\t\u00d6ffentlichkeitsarbeit, doch sie ersetzen nicht den Gang auf die Stra\u00dfe,<br \/>\n\tdas Treffen von Menschen, der Druck auf Politik und Wirtschaft.\n\t<\/p>\n<p>\n\t<em>&#8220;Ich<br \/>\n\twei\u00df, dass die Produktion meines iPhones in China Menschen aufgrund<br \/>\n\tschlechter Arbeitsbedingungen mitunter in den Suizid f\u00fchrt &#8211; und<br \/>\n\ttrotzdem habe ich eines.&#8221;<\/em>, f\u00fchrt Grenzfurthner die Bu\u00dfe fort. Ist<br \/>\n\tder Besitz eines Smartphones verwerflich? Ist die Tatsache des<br \/>\n\tBewusstseins dieser Widerspr\u00fcche und Ungerechtigkeiten zynisch? W\u00fcrde<br \/>\n\tein Verzicht auf diese Produkte bzw. eine Wahl von &#8220;gr\u00fcnen&#8221;<br \/>\n\tAlternativprodukten etwas \u00e4ndern oder verbessern? &#8211; Auch die per<br \/>\n\tInternet zugeschaltenen Experten wissen darauf keine wirklichen<br \/>\n\tAntworten. Aber: Gute Fragen. Wo soll das eigene sozialpolitische<br \/>\n\tEngagement sinnvollerweise anfangen? Was tun gegen dieses ewige<br \/>\n\tOhnmachtsgef\u00fchl? Wann wei\u00df ich, ob ich mir und meinen Mitmenschen nicht<br \/>\n\tblo\u00df etwas vorspiele, das in Wahrheit am Status Quo nichts \u00e4ndert? Wo<br \/>\n\th\u00f6rt das Beruhigen des schlechten Gewissens auf und f\u00e4ngt Altruismus und<br \/>\n\tder Wunsch nach wirklicher Ver\u00e4nderung an? Bin ich b\u00f6se, wenn ich<br \/>\n\taufgrund der Schwere dieser Fragen kapituliere und einfach mein Leben<br \/>\n\tlebe?\n\t<\/p>\n<p>\tEng<br \/>\n\tverwoben mit den Problemen unserer Welt sind die Kunst und ihre<br \/>\n\tdramaturgischen Kniffe, auf diese Probleme aufmerksam zu machen.<br \/>\n\tProvokationen aus der Zeit der Wiener Aktionisten funktionieren kaum<br \/>\n\tnoch. Gut gemeinte Grenz\u00fcberschreitungen der Kunst lassen in Wahrheit<br \/>\n\tdie Kluft zwischen Intellektuellen mit F\u00e4higkeit zur Abstraktion und der<br \/>\n\tsogenannten Arbeiterklasse, die Dinge oft so wahrnimmt, wie sie<br \/>\n\terscheinen, blo\u00df gr\u00f6\u00dfer werden anstatt Br\u00fccken zu bauen.\n<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/fm4.orf.at\/stories\/1666344\/\"><br \/>\nLink<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Glash\u00fcttner von FM4 berichtet \u00fcber die Er\u00f6ffnungsgala des Elevate-Festivals, das unser Johannes Grenzfurthner moderiert hat. &#8220;Diese Diskussion ist eigentlich sehr christlich&#8221;, sage ich nach der Er\u00f6ffnung des Elevate 2010-Diskursprogramms zu B\u00fchnen-Host Johannes Grenzfurthner. Passenderweise ist zu diesem Zeitpunkt auch gerade Parades\u00fcnder und S\u00fcndenb\u00fc\u00dfer Fritz Ostermayer auf der B\u00fchne des Grazer Dom im Berg. 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