Wir haben schon wieder jemanden begraben: “When the music is over: Die letzte Party im Leben ist dein Begräbnis”

monochrom hat Janina Lebiszczak-Schuster lebendig begraben. Und sie berichtet.

Das Leben liebt Klischees. Deswegen umspült dichter Nebel die Straße,
die zum Symposion Lindabrunn führt. Schemenhaft erkennt man am Gelände
Skulpturen aus Stein, die Künstler aus aller Welt dort hinterlassen
haben. Wunderschön bei Sonne, das ist sicher, aber im Zwielicht und so
man das eigene Begräbnis vor Augen hat: Ungut. Ich blödle mich über die
letzen Meter und singe im Auto Falco: „Muss ich erst sterben, um zu
leben?” Schwarzer Humor als Exit-Strategie gegen aufkeimende Panik. Was
haben wir gelacht, als wir die Einladung zum „Six Feet under”- Club im
Netz entdeckt haben. Dort legen sich Menschen freiwillig in einen Sarg.
Was sie drinnen erleben, wird per Webcam nach draussen ins Partygetümmel
übertragen. „Die Menschen sind halt ein wenig pervers,” lacht Günther
Friesinger. Günther hat einen tollen Bart, einen noch besseren Schmäh
und gehört zur Künstlergruppe Monochrom. Er ist heute mein Totengräber. 
„Normalerweise tragen wir Anzüge, aber heute ist es doch ein wenig
frisch”, sagt er und lacht in seinen Kapuzen-Sweater. Am Weg zur
Begräbnisstätte,  neben der eine Herde völlig unbeteilgter  Schafe
grast, lacht er immer noch vor sich hin. Ich werde schweigsam.

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